Tödliche Kriege

Kriege sind tödlich, auch für unser Klima.

Kampfjets stoßen z. T. mehr als 14 Tonnen CO2 pro Flugstunde aus. Die Folgen sind global. Wem nützt ein gewonnener Krieg, wenn der Preis dafür eine Erderwärmung um 2 – 3 Grad ist? Sie bedeutet einen dauerhaften Freiheitsverlust für alle, eine Gefährdung der Grundlagen des Zusammenlebens aller Völker! Welch ein Pyrrhussieg!

Klimaschutz-Blockierer

Sie kommen nicht nur aus dem rechtspopulistischen Bereich. Auch neoliberalen u. wirtschaftsliberalen Kräften ist wirksamer Klimaschutz oft ein Dorn im Auge. Sie ignorieren Ergebnisse d. Klimaforschung u. diskreditieren staatl. Klimaschutzmaßnamen als „Freiheitsbedrohung“ u. als „Angriff auf den Wirtschaftsstandort Deutschland“.

International tun sich die Regierungen deshalb ungemein schwer, Klimaschutzmaßnahmen erfolgreich auf den Weg zu bringen. Die neoliberalen Denkfabriken sind sehr erfolgreich, wenn es darum geht, Klimaschutzgesetze zu verhindern und auf Freiwilligkeit zu setzen. Ohne staatliche Maßnahmen, allein auf freiwilliger Basis ist der Kampf gegen den schnell fortschreitenden Klimawandel aber nicht mehr zu gewinnen.

Gentechnik – Alarmstufe Rot

Vor 4 Jahren hat der Europ. Gerichtshof entschieden, dass auch Genscheren-Produkte (z. B. CRISPR/Cas) unter den Gentechnikbegriff fallen u. zugelassen u. gekennzeichnet werden müssen. Damit dies künftig nicht mehr sein muss, will die Kommission das EU-Gentechnikrecht ändern. Für Verbraucher/Innen bedeutet dies Alarmstufe Rot (siehe auch www.abl-ev.de/initiativen/gentechnik-petition).

Natur-Defizit-Syndrom

Für Kinder sind Wald & Wiese kaum noch ein Aufenthaltsraum. Die Zahl derer, die regelmäßig draußen spielen, geht ständig zurück, u. die Zahl der Unsportlichen steigt unentwegt. 2016 litten in Deutschland 80 % der Jungen u. 88 % der Mädchen unter Bewegungsmangel (WHO – Meta-Analyse). Naturkontakt macht Kinder nachweislich gesünder, sicherer, klüger und glücklicher. Wachsen Kinder von der Geburt bis zum 10. Lebensjahr in einer „grünen Umgebung“ auf, verringert sich im weiteren Leben das Risiko einer psychischen Erkrankung um bis zu 55 % (Studie Uni Aarhus/NL).

Logistighallen kann man nicht essen

Hoher kommunaler Flächenverbrauch: Wo einst Getreidefelder waren, sind Logistikhallen, Supermärkte, Fleischfabriken entstanden oder geplant. Durch Ereignisse wie den Ukrainekrieg o. die bevorstehende Klimakatastrophe wird sich der großzügige Verzicht auf landwirtschaftliche Flächen als schmerzhafte Fehleinschätzung der Gemeinden erweisen. Ein „Weiter so“ darf es jetzt nicht mehr geben.

Herbizidverbot für versiegelte Flächen

Nach § 12 BayPflSchG ist es untersagt, auf versiegelten o. befestigten Flächen (z. B. gepflasterte Einfahrten, Höfe)  Herbizide einzusetzen. Wer also glaubt, Glyphosat sei ein geeignetes Mittel, um schnell und ohne körperliche Anstrengung das Wildkraut in den Gehwegkanten vor dem eigenen Anwesen zu beseitigen, sollte sich das noch einmal überlegen. Verstöße gegen das Verbot beeinträchtigen die Gewässerqualität, sind keine Kavaliersdelikte u. können mit hohen Geldbußen geahndet werden.

Digitalisierung – Retter in der Not oder umweltzerstörender Brandbeschleuniger?

Es scheint heute auf dem Parkett von Wirtschaft und Politik üblich zu sein, Neuentwicklungen ohne Berücksichtigung des Bürgerwillens durchzusetzen, sofern sie hohe wirtschaftliche Gewinne versprechen. Dabei werden angebliche Vorteile so lange gebetsmühlenartig wiederholt, bis der Großteil der Bevölkerung sie sich zu eigen macht. Von Nachteilen und Gefahren wird abgelenkt, nicht selten werden sie verharmlost. Wenn es um Profit geht, wird auch das Vorsorgeprinzip zum Luxus, den sich die Wirtschaft plötzlich nicht mehr leisten kann.

Beispielhaft für diese Vorgehensweise ist im Rahmen der Digitalisierung die neue Mobilfunktechnologie 5G. Werden hier doch Dinge behauptet, die offensichtlich nicht zutreffen. Prof. Dr. Werner Thiede bringt dies in seinem Beitrag „Desinformationen über 5G – Richtigstellungen über Gesundheitsrisiken beim neuen Mobilfunk-Standard“ („Naturheilkunde“ Heft 3, 2019) auf den Punkt.

Was den Bürgerinnen und Bürgern bei der Mobilfunktechnologie 5G besonders Sorgen bereitet, ist die Grenzenlosigkeit der Auswirkungen auf ihre Lebensgestaltung und die scheinbare Schutzlosigkeit, mit der sie sich diesen Veränderungen ausgeliefert fühlen. Dass diese Ängste keineswegs unbegründet sind, bestätigt auch der 1992 eingerichtete „Wissenschaftliche Beirat  der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“ (nachstehend kurz: „WBGU“). Er kommt in seinem Hauptgutachten „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“ aus dem Jahr 2019 u. a. zu folgenden Ergebnissen:

  • „Im Großen wirken Digitalisierungsprozesse heute eher als Brandbeschleuniger bestehender nicht nachhaltiger Trends, also der Übernutzung natürlicher Ressourcen und wachsender sozialer Ungleichheit in vielen Ländern.“
  • „Offenkundig ist, dass „die Digitalisierung“ zahlreiche nachhaltigkeitsschädliche wie auch nachhaltigkeitsförderliche Effekte haben kann. … Offenkundig ist aber auch, dass eine systematische Analyse der einschlägigen Chancen und Risiken nicht existiert, weder für Deutschland noch für den Globus. Insofern identifiziert der WBGU hier nicht nur große Handlungsdefizite, sondern auch eine eklatante Forschungslücke.“
  • „Unsere Ökonomien und Gesellschaften befinden sich noch immer auf Kollisionskurs mit dem Erdsystem. Zudem unterminieren soziale Fliehkräfte den Zusammenhalt und die Stabilität vieler Gesellschaften. Wie der digitale Wandel die Nachhaltigkeitstransformationen erleichtert, erschwert oder auch zu ganz neuen Anforderungen an nachhaltige Gesellschaften sowie zu veränderten Nachhaltigkeitsverständnissen führt, ist bisher nur unzureichend erforscht. Insofern benennt der WBGU im Gutachten nicht nur massive Handlungsdefizite, sondern ebenso eklatante Forschungslücken und stellt Kernbotschaften heraus.“
  • „Derzeit verstetigt die Digitalisierung bestehende Trends zu steigenden Emissionen, steigenden Ressourcenverbräuchen, Übernutzung von Böden und Zerstörung von Ökosystemen und führt zur Produktion von immer mehr Elektroschrott. Die notwendige Trendwende in Richtung einer vollständigen Entkopplung der Digitalisierung von Emissionen und Belastung von Ökosystemen zeichnet sich nicht ab, obwohl zahlreiche internationale Abkommen bereits Ziele zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen formulieren.“
  • „Menschen müssen befähigt werden, die anstehenden Umbrüche zu verstehen und mitzugestalten. Umfassende Bildung für nachhaltige Entwicklung im Digitalen Zeitalter ist der Schlüssel hierzu.“

Die Bundesregierung zeigt bislang bei der Umsetzung dieser Empfehlungen des WGBU große Defizite. Anstatt die Sorgen und Ängste ihrer Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der Einführung der Mobilfunktechnologie 5G ernst zu nehmen, ihnen Mitgestaltungsrechte einzuräumen und gemeinsam auf die Minimierung von Risiken hinzuarbeiten, bestreitet sie deren Vorhandensein und überlässt das Steuer in großzügiger Weise profitorientierten privatwirtschaftlichen Akteuren. Es ist allerhöchste Zeit, Digitalisierungsskeptiker als Partner zu akzeptieren, ihre gesundheitlichen Bedenken einer neutralen Prüfung zu unterziehen und das Prinzip der Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu rücken.

5G-Technologie

5G-Technologie – ist die notwendige Infrastruktur für das „Internet der Dinge (IoT)“, mit dem hinter dem Rücken der Zivilgesellschaft eine Vernetzung der persönlichen Lebensbereiche erfolgen soll. Die Wirtschaft rechnet mit gewaltigen Gewinnsteigerungen. Wachen wir auf, sonst stehen wir vor vollendeten Tatsachen! –

Wertvolle Hinweise zu diesem Thema liefert Ihnen die Homepage von „diagnose: funk – Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung e. V.“

http://www.diagnose-funk.org