Corona – Pandemie mit Ansage

Corona – Pandemie mit Ansage                             21.03.2020

Der Wissenschaftler und Unternehmer Steffen Emmott schrieb in seinem bereits 2014 erschienenen Bestseller „10 Milliarden“:

„… Indem wir uns und unsere Güter permanent kreuz und quer über den Globus transportieren, schaffen wir zugleich ein höchst effizientes Netzwerk für die weltweite Ausbreitung von potenziell tödlichen Krankheiten.

Vor gerade einmal 95 Jahren ereignete sich eine globale Pandemie: die Spanische Grippe, der jüngsten Schätzungen zufolge 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Und damals war eine weitere unserer vielen fragwürdigen Innovationen noch gar nicht erfunden: die Billigfluglinie.

Wenn Millionen von Menschen Tag für Tag um die Welt reisen und Millionen von Menschen eng mit Schweinen und Hühnern zusammenleben, oft sogar in ein und demselben Raum, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Virus die Artenschranke zwischen Mensch und Tier überwindet und eine weltweite Pandemie auslöst, beträchtlich. Kein Wunder also, dass sich eine wachsende Anzahl von Epidemiologen gar nicht mehr fragt, ob es zu einer weiteren globalen Pandemie kommen wird, sondern lediglich,  wann das passiert.“ – Zitatende –

Epidemiologen wussten also, dass eine Pandemie kommen würde.

Die Politik wusste es ebenfalls. Es gibt Pandemiepläne der einzelnen Bundesländer und einen „Nationalen Pandemieplan“. Dieser erwähnt ausdrücklich das Problem der Bettenkapazitäten und den erhöhten Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung für die Beschäftigten im stationären Bereich. Problemlösungen sind in sogenannte „Krankenhausalarmpläne“ aufzunehmen. Auch „Schwerpunktkrankenhäuser“ sind in den Planungen festzulegen. Auf mögliche Engpässe  im Bereich der Intensivversorgung sowie bei Beatmungsplätzen wird im „Nationalen Pandemieplan“ ausdrücklich aufmerksam gemacht. „Planungshilfen für Krankenhäuser“ sind ebenfalls Bestandteil des „Nationalen Pandemieplans“.

Ob diese Empfehlungen nur auf dem Papier standen oder ob wirklich frühzeitig vorgesorgt wurde, wird sich demnächst zeigen, wenn die Zahl der Infizierten sprunghaft ansteigt. Zweifel sind angebracht. Wer für diesen Fall außerhalb seines Krankenhauses auf dem Campus für Coronafälle Container aufstellen muss, hat wahrscheinlich keine langfristige und seriöse Pandemievorsorge im Sinne des „Nationalen Pandemieplans“ betrieben. Selbst das Bundesland Bayern scheint von der Corona-Pandemie überrascht worden zu sein. War doch die erst im Februar 2020 erfolgte Überarbeitung seines 14 Jahre alten Pandemieplans seit einigen Jahren überfällig.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen, wird eines außergewöhnlichen Kraftakts bedürfen. Weitaus schwieriger und kaum lösbar dürfte aber die Beseitigung der Pandemieursachen sein. Steffen Emmott hat es auf den Punkt gebracht: Unsere Lebens- und Wirtschaftsbereiche dehnen sich mehr und mehr über nationale Grenzen hinweg aus. Schnelle Handelswege sorgen dafür, dass große Entfernungen kein wirkliches Kontakthindernis mehr sind. Dies beschleunigt die Entstehung von Pandemien. Wer eine globale Wirtschaftsvernetzung will, wird mit Pandemien auch künftig leben müssen. Globales Wirtschaften verursacht globale Probleme.

Ein solches Problem ist übrigens auch der Klimawandel, der uns sehr bald mit großer Heftigkeit beschäftigen wird. Beide Übel – Pandemie und Klimawandel – haben dieselben Wurzeln und können auch mit denselben Mitteln in Schach gehalten werden. Wir werden in einigen Monaten erfahren, wie positiv sich die während der Corona-Pandemie staatlich verordneten Einschränkungen auf unsere CO2-Bilanz ausgewirkt haben. In einem Punkt unterscheiden sich Pandemie und Klimakatastrophe allerdings deutlich: Ein Ende ist nur bei der Pandemie absehbar.  

Digitalisierung – Retter in der Not oder umweltzerstörender Brandbeschleuniger?

Es scheint heute auf dem Parkett von Wirtschaft und Politik üblich zu sein, Neuentwicklungen ohne Berücksichtigung des Bürgerwillens durchzusetzen, sofern sie hohe wirtschaftliche Gewinne versprechen. Dabei werden angebliche Vorteile so lange gebetsmühlenartig wiederholt, bis der Großteil der Bevölkerung sie sich zu eigen macht. Von Nachteilen und Gefahren wird abgelenkt, nicht selten werden sie verharmlost. Wenn es um Profit geht, wird auch das Vorsorgeprinzip zum Luxus, den sich die Wirtschaft plötzlich nicht mehr leisten kann.

Beispielhaft für diese Vorgehensweise ist im Rahmen der Digitalisierung die neue Mobilfunktechnologie 5G. Werden hier doch Dinge behauptet, die offensichtlich nicht zutreffen. Prof. Dr. Werner Thiede bringt dies in seinem Beitrag „Desinformationen über 5G – Richtigstellungen über Gesundheitsrisiken beim neuen Mobilfunk-Standard“ („Naturheilkunde“ Heft 3, 2019) auf den Punkt.

Was den Bürgerinnen und Bürgern bei der Mobilfunktechnologie 5G besonders Sorgen bereitet, ist die Grenzenlosigkeit der Auswirkungen auf ihre Lebensgestaltung und die scheinbare Schutzlosigkeit, mit der sie sich diesen Veränderungen ausgeliefert fühlen. Dass diese Ängste keineswegs unbegründet sind, bestätigt auch der 1992 eingerichtete „Wissenschaftliche Beirat  der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“ (nachstehend kurz: „WBGU“). Er kommt in seinem Hauptgutachten „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“ aus dem Jahr 2019 u. a. zu folgenden Ergebnissen:

  • „Im Großen wirken Digitalisierungsprozesse heute eher als Brandbeschleuniger bestehender nicht nachhaltiger Trends, also der Übernutzung natürlicher Ressourcen und wachsender sozialer Ungleichheit in vielen Ländern.“
  • „Offenkundig ist, dass „die Digitalisierung“ zahlreiche nachhaltigkeitsschädliche wie auch nachhaltigkeitsförderliche Effekte haben kann. … Offenkundig ist aber auch, dass eine systematische Analyse der einschlägigen Chancen und Risiken nicht existiert, weder für Deutschland noch für den Globus. Insofern identifiziert der WBGU hier nicht nur große Handlungsdefizite, sondern auch eine eklatante Forschungslücke.“
  • „Unsere Ökonomien und Gesellschaften befinden sich noch immer auf Kollisionskurs mit dem Erdsystem. Zudem unterminieren soziale Fliehkräfte den Zusammenhalt und die Stabilität vieler Gesellschaften. Wie der digitale Wandel die Nachhaltigkeitstransformationen erleichtert, erschwert oder auch zu ganz neuen Anforderungen an nachhaltige Gesellschaften sowie zu veränderten Nachhaltigkeitsverständnissen führt, ist bisher nur unzureichend erforscht. Insofern benennt der WBGU im Gutachten nicht nur massive Handlungsdefizite, sondern ebenso eklatante Forschungslücken und stellt Kernbotschaften heraus.“
  • „Derzeit verstetigt die Digitalisierung bestehende Trends zu steigenden Emissionen, steigenden Ressourcenverbräuchen, Übernutzung von Böden und Zerstörung von Ökosystemen und führt zur Produktion von immer mehr Elektroschrott. Die notwendige Trendwende in Richtung einer vollständigen Entkopplung der Digitalisierung von Emissionen und Belastung von Ökosystemen zeichnet sich nicht ab, obwohl zahlreiche internationale Abkommen bereits Ziele zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen formulieren.“
  • „Menschen müssen befähigt werden, die anstehenden Umbrüche zu verstehen und mitzugestalten. Umfassende Bildung für nachhaltige Entwicklung im Digitalen Zeitalter ist der Schlüssel hierzu.“

Die Bundesregierung zeigt bislang bei der Umsetzung dieser Empfehlungen des WGBU große Defizite. Anstatt die Sorgen und Ängste ihrer Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der Einführung der Mobilfunktechnologie 5G ernst zu nehmen, ihnen Mitgestaltungsrechte einzuräumen und gemeinsam auf die Minimierung von Risiken hinzuarbeiten, bestreitet sie deren Vorhandensein und überlässt das Steuer in großzügiger Weise profitorientierten privatwirtschaftlichen Akteuren. Es ist allerhöchste Zeit, Digitalisierungsskeptiker als Partner zu akzeptieren, ihre gesundheitlichen Bedenken einer neutralen Prüfung zu unterziehen und das Prinzip der Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu rücken.

Klimawandel – letzte Chance

Unser heutiges Verhalten in Sachen Klimawandel wird die Zukunft des Planeten Erde bestimmen. Wir haben aktuell wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, ein Fenster zu öffnen, das unseren Enkelkindern auf Dauer verschlossen bleiben wird. Sie werden die schwere Hypothek, die wir Ihnen hinterlassen, dann nicht mehr zurückzahlen können. Lassen wir deshalb unsere letzte Chance i. S. Klimawandel nicht verstreichen, sonst werden wir als gefühlskalt u. rücksichtslos in die Annalen eingehen.

Hochwasser, Parkbank, Überflutet, Rot

5G-Technologie

5G-Technologie – ist die notwendige Infrastruktur für das „Internet der Dinge (IoT)“, mit dem hinter dem Rücken der Zivilgesellschaft eine Vernetzung der persönlichen Lebensbereiche erfolgen soll. Die Wirtschaft rechnet mit gewaltigen Gewinnsteigerungen. Wachen wir auf, sonst stehen wir vor vollendeten Tatsachen! –

Wertvolle Hinweise zu diesem Thema liefert Ihnen die Homepage von „diagnose: funk – Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung e. V.“

http://www.diagnose-funk.org