Der Boden

Unsere Böden – unser Schicksal

Aktuelle Situation

Wir leben von unseren Böden. Um unsere Ernährung langfristig zu sichern, brauchen wir fruchtbare, lebendige Böden.

Aber unsere Böden sind mehr, als nur Nahrungslieferanten.

  • Ohne intakte Böden gibt es kein sauberes Trinkwasser.
  • Funktionierende Böden sind ausgezeichnete CO2-Speicher. Defizite beschleunigen den Klimawandel.
  • Die Artenvielfalt braucht gesunde Böden.

Böden Europas weisen mit 23 % weltweit jedoch den höchsten Anteil an degradierten Flächen aus, Flächen also, die ihre natürliche Bodenfunktion nicht mehr voll erfüllen können. Ihre Funktionsfähigkeit wieder herzustellen, ist eine Aufgabe, die den Zeithorizont der derzeit lebenden Menschen weit übersteigt.

 

Wir verbrauchen unsere Böden –

wir verbrauchen ein nicht erneuerbares Gut

 

Ungeachtet dieser enormen Bedeutung „verbrauchen“ wir unsere Böden, als wären sie eine unerschöpfliche Handelsware. Tag für Tag nehmen wir in Deutschland im Durchschnitt 66 ha (Stand: 2017) Boden in Anspruch und machen daraus in unumkehrbarer Weise Straßen, Plätze, Wohngebäude und Gewerbehallen.

Da uns diese Flächen für die Nahrungsmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung stehen, leben wir ganz einfach von den Böden jenseits unserer Landesgrenzen. Jährlich fast 80 Millionen Hektar „fremdes Land“ benötigen wir Deutschen zwischenzeitlich, um auf unsere Art und Weise satt zu werden. Im Jahre 2015 importierte Deutschland z. B. Milch- und Milcherzeugnisse im Wert 5,6 Milliarden Euro.

 

Was dringend nötig wäre

  • Eine Landwirtschaft, die nicht gegen, sondern mit der Natur arbeitet.
  • Eine Reduzierung des maßlosen Flächenverbrauchs.
  • Eine Drosselung der Fleisch- und Milchproduktion, die weltweit riesige Flächen für die Futtermittelerzeugung in Beschlag nimmt.
  • Gesetzliche Bodenschutzregeln auf europäischer Ebene.

Eilnachrichten aus dem Natur- und Umweltschutzbereich

Allen, die sich hier einklicken zunächst

 

v i e l   M u t ,  K r a f t  u n d   B e g e i s t e r u n g  

Mut,

um das Alte loszulassen und sich Neuem zuzuwenden

Kraft,

um Widerständen und Anfeindungen Stand zu halten

Begeisterung,

damit wir mit einer optimistischen Grundhaltung unsere Ziele und Vorstellungen verwirklichen können

 

Aus der Metropole Paris wird folgende alte Geschichte erzählt:

„Auf einer Straße in Paris mühten sich drei Handwerker mit mächtigen Steinblöcken ab. Auf die Frage eines Spaziergängers `was machen Sie da?´ antwortete der Erste: `Mühevoll und qualvoll Steine behauen´. Der Zweite: `Wir behauen Steine, um Geld zu verdienen´, und der Dritte antwortete begeistert: `Wir behauen Steine, um eine Kathedrale zu bauen!´“

In diesem Sinne wünschen wir eine erfolgreiche Naturschutzarbeit!

 

 

 

E  i  l  n  a  c  h  r  i  c  h  t  e  n

 

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Termine – Veranstaltungen – Aktionen

T e r m i n e

I.

Naturschutzgruppe Leitenbachtal

Nächstes Monatstreffen am Montag, 08. Mai 2017 um 19.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus „Mitten Drinn“ in Memmelsdorf (Hauptstr. 4). Gäste sind willkommen.

 

II.

Bund Naturschutz – Ortsgruppe Strullendorf

Nächstes Treffen (Jahreshauptversammlung) am Dienstag, 09. Mai 2017 um 19.30 Uhr in Amlingstadt, Pfarrheim. Gäste sind willkommen.

 

 

 

 

V e r a n s t a l t u n g e n

Zurzeit keine Veranstaltungen

 


 


 

A k t i o n e n


Zur Zeit keine Aktionen

 

 

 

 

 

 

 

Der Boden

Flächenverbrauch in Bayern

(Baugebietsausweisungen)

 

Deutschland erlebt seit Jahren einen dramatischen Flächenverbrauch durch immer neue Baugebietsausweisungen. Es soll deshalb einmal der Frage nachgegangen werden, warum nachhaltiges Handeln in diesem speziellen Bereich so schwierig ist, und was wir riskieren, wenn wir ungebremst landwirtschaftliche oder natürlich geprägte Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen umwandeln.

 

Zuständigkeit für neue Baugebietsausweisungen

Der Flächenverbrauch in Deutschland wird weitgehend von den Kommunen gesteuert. Dem Stadt- oder Gemeinderat obliegt nach dem geltenden Baurecht die Entscheidung darüber, ob und an welcher Stelle neues Bauland ausgewiesen wird.

Planung, Bauen und Wohnen zählen zum traditionellen kommunalen Aufgabenbereich.

Hier beschränkt sich die Kommunalaufsicht auf die Einhaltung von Recht und Gesetz (Rechtsaufsicht).

In der Praxis bedeutet dies, dass Appelle zum Flächensparen bei den meisten Kommunen ohne Resonanz bleiben. Zwingen kann man die Kommunen dazu nicht.

 

Zur aktuellen Situation und zu den Beweggründen, neue Baugebiete auszuweisen

In Bayern wurden 2014 täglich mehr als 13 ha Siedlungs- und Verkehrsflächen neu geschaffen.

(in Deutschland ca. 66 ha täglich). Etwa zwei Drittel davon entfallen auf den Wohnungsbau. Interessant ist, dass in Deutschland die Siedlungs- und Verkehrsflächen zwischen 1980 und 2010 um mehr als 40 % zugenommen haben, die Bevölkerungszahl aber nur um 14 % angestiegen ist.

So unterschiedlich wie die Kommunen sind, so unterschiedlich sind im Einzelfall natürlich ihre Beweggründe für die Neuausweisung von Baugebieten. Die treibenden Kräfte sind jedoch bei fast allen Kommunen in etwa dieselben, nämlich:

  • vermeintliche Sachzwänge (z. B. alle Möglichkeiten der Fortentwicklung ausschöpfen, die kommunalen Finanzen stärken etc.)
  • Druck von wirtschaftlicher Seite (örtliche Betriebe brauchen neue Aufträge)
  • vermeintliche Notwendigkeit, Familien mit Kindern fördern zu müssen
  • kommunales Konkurrenzdenken – was die Nachbargemeinde kann, können wir auch

 

 

Auswirkungen des hohen Flächenverbrauchs durch Baugebietsausweisungen

  • auf die Ökologie:
    • Unwiederbringlicher Verlust landwirtschaftlichen Bodens (er wird in Zukunft wertvoller sein als Erdöl).
    • Der Individualverkehr wächst durch neue Baugebiete, vor allem solche im ländlichen Raum (die CO2-Emissionen steigen und beschleunigen den Klimawandel, die Lärmpegel nehmen zu, der Schadstoffausstoß steigt).
    • Der Wasserhaushalt verliert durch Überbau und Flächenversiegelung seine natürliche Funktion (weniger Grundwasserneubildung, Zunahme der Hochwassergefahr durch beschleunigten Oberflächenwasserabfluss bei künftig vermehrt auftretendem Starkregen).
    • Lebensräume der Tiere werden fragmentiert; dies fördert das Artensterben (neu entstehende Hausgärten können das nicht ausgleichen; auch das System der Ausgleichsflächen ist nicht in der Lage, die durch den Flächenverbrauch entstehenden Verluste auch nur annähernd wettmachen).

 

  • auf den sozialen Bereich:

 

  • Wohnortnaher Erholungs- und Erlebnisraum für breite Bevölkerungsschichten geht dauerhaft verloren.
  • Regionale Lebensmittelversorgung funktioniert nicht mehr, wenn die erforderlichen landwirtschaftlichen. Flächen wegfallen.
  • Der dörfliche Charakter und damit der soziale Zusammenhalt gehen durch fortschreitende Zersiedlung in ländlichen Gemeinde-Ortsteilen verloren (Alteingesessene u. Zugezogene gehen getrennte Wege).
  • Stichwort „Geistersiedlungen“: Viele der heute im ländlichen Raum neu errichteten Wohnsiedlungen werden in 30 Jahren leer stehen (demographischer Wandel; Wegfall der Großfamilie; Kinder verlassen den ländlichen Raum zur Ausbildung und aus beruflichen Gründen, die Älteren, weil ihre Alterspflege am Ort zu beschwerlich ist).
  • Die „Flucht“ von Familien mit Kindern aus den Städten (z. B. Nürnberg, Erlangen) “ins Grüne“ fördert die Entstehung von Problemvierteln in den Städten (Schlagwort: „Entmischung der Bevölkerung“).

 

 

  • auf den wirtschaftlichen Bereich:
    • Neue Wohnsiedlungen erfordern eigene Infrastruktur (Trinkwasser, Abwasser, Straßen, Kindergärten etc.), für deren Instandhaltung und Betrieb die heute schon überwiegend finanzschwachen Kommunen aufkommen müssen, auch dann noch, wenn in 30 oder 40 Jahren die Einwohnerzahlen stark zurückgegangen sein werden.
    • Wachsende motorisierte Mobilität ist ebenfalls ein Kostenfaktor für die Kommunen (Straßenbau und – unterhalt); Baugebietsausweisungen in nicht oder mangelhaft an den ÖPVN angeschlossenen Ortsteilen einer Kommune führen jedoch immer zu einer Steigerung des innerörtlichen motorisierten Verkehrs.

 

Baugebietsausweisungen entlasten die Gemeindekassen deshalb in der Regel nur kurzfristig. Auf lange Sicht sind sie unrentabel und eine finanzielle Dauerbelastung für die Kommunen und deren Bürger.

Zum wirtschaftlichen Aspekt gehört auch eine Hinterfragung des Wohnraumbedürfnisses. Wer sich ständig mehr leistet, als er braucht, handelt nicht nachhaltig und wird auf Dauer auch ökonomisch nicht erfolgreich sein können..

Bei Wohneigentum (nicht bei Mietwohnungen) nimmt der in Anspruch genommene Wohnraum in Deutschland pro Kopf seit Jahren zu (in den letzten Jahren sogar um ca. 1 qm pro Jahr auf derzeit durchschnittlich 46 qm!). Dieser Trend wird durch den demographischen Wandel weitere Schubkraft erhalten.

Es sollte nicht sein, dass dafür die wertvolle Ressource Boden „geopfert“ wird; sie ist knapp, nicht vermehrbar und für künftigen Generationen lebensnotwendig.

 

 

Der andere Weg – Ausblick

Es gibt kaum einen Bereich, in dem (quer durch alle politischen Parteien) so weitreichende Übereinstimmung zwischen Bund- und Ländern einerseits und den Umweltverbänden und Nichtregierungsorganisationen (NGO`s) andererseits herrscht, wie in der Frage des Flächenverbrauchs durch Neuausweisung von Baugebieten.

Zahlreich sind die Empfehlungen von beiden Seiten, es anders und besser zu machen:

  1. Vorrang der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung (Bodenschutzklausel; Bayer. Landesentwicklungsprogramm).
  2. Entwicklung in den Kommunen auf den Bestand konzentrieren.
  3. Vorhandene Leerstände und Brachen besser nutzen.
  4. Für kleinere Orte vor einer Baulandausweisung ein „Zukunftsbild“ erarbeiten.
  5. Einwohnerbefragungen durchführen.
  6. In das bereits vorhandene Wohnumfeld für Familien mehr investieren und dadurch die Lebensqualität verbessern.
  7. Natur- u. Erholungspotentiale der kleineren Gemeinden besser nutzen.
  8. Keine Neubaugebiete mehr ohne Anbindung an gut funktionierenden ÖPNV.
  9. Errichtung von „Landwirtschafts-Schutzgebieten“

 

Nicht nur die Empfehlungen, auch die Unterstützungsange-bote für die Kommunen sind vorbildlich. Wen es interessiert, der findet über Google unter dem Stichwort

„Broschüre Kommunales Flächenmanagement – Publikationsshop“

eine Zusammenstellung des Bayer. Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit über die aktuellen Hilfen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs. Zu diesem reichhaltigen Angebot zählt z. B. auch eine Wanderausstellung „Flächensparen in Bayern“.

 

 

Wenn trotz allem in den Kommunen bei Baugebietsausweisungen weiterhin überwiegend wirtschaftliche Überlegungen dominieren, stellt sich die Frage, ob von den Stadt- und Gemeindeverwaltungen tatsächlich alles getan wird, damit Informationen und Unterstützungsangebote in einer die Unabhängigkeit wahrenden Form wirklich bis zu den Mandatsträgern gelangen. Deren Pflicht wäre es, die Dynamik bei der Ausweisung von neuen Siedlungs- und Verkehrsflächen umgehend zu stoppen. Der Nachweis, dass Neuausweisungen in der heutigen Zeit nicht mehr dem Gemeinwohl der Kommunen dienen, ist vom Bund, den Ländern und vielen NGO`s längst erbracht.

 

Zum Schluss bleibt noch einmal festzuhalten:

Es gibt Alternativen zur derzeitigen kommunalen Praxis der Baugebietsausweisungen. Die Devise lautet in erster Linie: „Den Siedlungsbestand wahren und dessen Umfeld qualitativ verbessern“. Wenn dies geschieht, muss niemand befürchten, dass in den ländlichen Kommunen, insbesondere in deren Ortsteilen, die Lichter ausgehen und ein „Dornröschen-Schlaf“ beginnt. Es wird nur Gewinner geben.

Der Wald

Schutz des Regenwalds

– z. B. durch verantwortungsbewusstes Einkaufen (Beispiel „Palmöl“)

  • An vorderster Stelle bei der Palmölproduktion stehen die Regenwald-Länder Indonesien und Malaysia.
  • Dort fallen Regenwaldflächen von kaum vorstellbarer Größe dem weltweiten Palmölboom zum Opfer. Es geht um Millionen von Hektar Regenwald.
  • Scheinbar seriöse Firmen, meist sogar börsennotierte Konzerne der westlichen Welt (z. B. Henkel, Nestle, Procter & Gamble, Unilever etc.) sind als Palmölgroßabnehmer am Palmölboom inklusive Regenwaldzerstörung beteiligt. Keiner dieser Konzerne vermag derzeit zu garantieren, dass das von ihm verwendete Palmöl aus umweltverträglicher Produktion stammt.
  • Nichts ahnende Endverbraucher in den wohlhabenden Ländern machen sich durch den Kauf von Biodiesel, Eiskonfekt, Fertigsuppen, Frittierfett, Hautcremes, Kakaoglasuren, Lippenstiften, Seifen, Shampoos, Tiefkühlpizzas, Waschpulver u. a. palmölhaltige Produkte zu Handlangern der Regenwald zerstörenden Palmöllobby.
  • Die Umwandlung von tropischen Regenwäldern zu Palmöl-Plantagen beschleunigt nicht nur den Klimawandel, sondern zählt zu den bedeutendsten Veränderungen weltweit, mit potentiell dramatischem Einfluss auf die Biodiversität und Funktionalität natürlicher Ökosysteme (Universität GöttingenNature Communications 2014. Doi: 10.1038/ncomm6351).
  • Ab 13.12.2014 gilt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Jede Verbraucherin, jeder Verbraucher kann seit diesem Zeitpunkt selbst feststellen, ob gekaufte Lebensmittel Palmöl enthalten. Die Zutatenliste auf der Verpackung muss Auskunft darüber geben, welche Art von Fett oder Öl (z. B. Sojaöl, Palmöl etc.) das Produkt enthält.

Nutzen wir diese Möglichkeit, verantwortungsbewusst und umweltfreundlich einzukaufen.

Artenvielfalt bewahren – Geldanlagen steuern

I h r   g u t e s  G e l d  

Bildergebnis für 100 EURO Schein

Die eine Seite der Medaille

Es geht Ihnen wirtschaftlich gut. Sie haben einiges an Geld bei verschiedenen Geldinstituten auf die hohe Kante gelegt.

Persönlich treten Sie für Umweltschutz und für ökologisches Wirtschaften ein. Die Vielfalt in der Natur begeistert Sie und liegt Ihnen sehr am Herzen.

Sie verurteilen wirtschaftliche Projekte, durch welche die Artenvielfalt Schaden leidet.

Die andere Seite der Medaille

Sie kennen mehrere der nachfolgend aufgezählten gigantischen, ökologisch unsinnigen Projekte, durch die Artenvielfalt dauerhaft zerstört wird.

  • Flussbau-Projekte (z. B. Elbeverbreiterung- u. -vertiefung)
  • Bau von Mega-Tiermastfabriken
  • Künftige Olympia-Großbauprojekte

Dass Ihr angelegtes Geld auch in solchen Projekten mitarbeitet, dürfte Ihnen weniger bewusst sein.

Schützen Sie Natur & Umwelt

– Bestimmen Sie selbst den Weg Ihres Geldes –

Wenn Sie Ihr Geld diesen oder ähnlichen Banken überlassen, dann können Sie sicher sein, dass es ökologisch keinen Schaden anrichtet:

Umweltbank AG, Laufertorgraben 6, 90489 Nürnberg

(Tel. 0911/5308-123, www.umweltbank.de)

oder

Triodos Bank N.V. Deutschland, Mainer Landstr. 211, 60326 Frankfurt

(Tel. 069/7171 9191, www.triodos.de)

oder

Ethikbank

(Tel. 036691-862345, www.ethikbank.de)

oder

GLS Bank

(Telefon 0234 5797-5100, www.gls.de)

Einige dieser Banken bieten sogar Girokonten an.

Bei der GLS Bank können Sie als Kunde konkret aussuchen, was mit Ihrem Geld gefördert werden soll (z. B. ökologische Landwirtschaft, freie Schulen, regenerative Energien etc.)

Erwähnenswert ist noch die Broschüre

„Mit Geldanlagen die Welt verändern?“,

die von der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2010 herausgegeben wurde. Man kann sie kostenlos anfordern unter

p.kostka@dbk.de

 

 

Wir zerstören unsere Artenvielfalt nach Plan

 

Z e r s t ö r u n g   d e r   A r t e n v i e l f a l t

Feldraine und  Straßenränder – bedrohte Rückzugsgebiete

Jeder, der im Freien unterwegs ist und sich einen Blick für unsere Naturschönheiten bewahrt hat, wird feststellen, dass unsere Landschaft immer weiter verarmt. Hochragende, mächtige Bäume sind kaum mehr zu sehen. Irgendein Grund findet sich immer, sie zu fällen. Bäume, denen man ihr Alter anmerkt, weil sie z.B. dürre Äste haben, werden mit Vorliebe umgesägt. Dabei weiß der Naturfreund, dass gerade sie so wichtig für unsere Tierwelt sind. Vögel, vor allem Höhlenbrüter, Fledermäuse, Insekten und andere Tiere brauchen einen alten Baum mit Löchern und teilweise losgelöster Rinde. Dieser Lebensraum ist kaum zu ersetzen. Oft wird ein alter Baum, selbst wenn er weit von jeder Straße entfernt steht, so verstümmelt, dass er nur ein trauriges Zerrbild seiner selbst ist.

Vor etwa 30 Jahren gab es noch zahlreiche Dorfbäume, die nun fast alle verschwunden sind. Das Ortsbild wurde durch diese „Riesen“ auf eindrucksvolle Weise geprägt.

Eine weitere Welle der Zerstörung richtet sich gegen Hecken. Es ist kaum zu fassen, mit welcher Energie und welchem Arbeitseinsatz hier gegen die Natur vorgegangen wird. Die bürokratische „Pflege“ ist geradezu zur Manie geworden. Man hat das Gefühl, dass Arbeitskräfte und Maschinen gedankenlos eingesetzt werden, weil sie eben vorhanden sind. Mit großer Rücksichtslosigkeit wird gemulcht, verstümmelt, ausgedünnt, so dass von einer Hecke nur Reste übrig bleiben. Als traurigen Trost bekommt man zu hören, dass ja alles wieder nachwachse. Das „Auf den Stock setzen“ wird bis zum Übermaß praktiziert. Das Ergebnis ist, dass Hecken mitunter ganz zerstört werden oder zumindest lange Zeit für die Tierwelt verloren sind. Durch diese starke Verringerung der Lebensräume haben wir einen Zustand erreicht, der sehr vielen Tieren und auch seltenen Pflanzen in der Natur kaum mehr eine Überlebenschance lässt. Die Vorstellung übrigens, dass in der Flur alles „sauber“ sein müsse, welcher man häufig begegnet, gründet auf einem völlig menschbezogenen Denken, das der Tier- und Pflanzenwelt keine Achtung mehr entgegenbringt. Diese Einstellung herrscht auch in der Gartengestaltung vieler unserer Zeitgenossen vor. Der moderne Mensch, der weit mehr mit Apparaten Umgang hat als mit der Natur und oft schon halb in künstlichen Welten lebt, scheint die „Wildnis“ nicht mehr ertragen zu können.

Ein weiteres Übel ist das viel zu häufige und viel zu breite Mähen an Wegrainen und Straßenrändern, wobei man sich nicht scheut, auch in Flur und Wald einzudringen. Kaum haben die schönen Wildblumen zu blühen begonnen, fallen sie schon der „Pflegebürokratie“ zum Opfer. Dass dabei wichtige Biotope für Insekten beseitigt werden, die ihrerseits wieder Nahrung für viele Vögel sind, scheint nicht bekannt zu sein. Inzwischen verhält es sich so, dass die härteste Zeit für unsere gefiederten Freunde Frühjahr und Sommer darstellen, wenn Nahrung für den Nachwuchs herbeigeschafft werden muss. So manche Brut verhungert, weil eben zu wenig gefunden wird. Auch Igel werden bei den modernen Mähtechniken stark in Mitleidenschaft gezogen.

Meist lassen behördlich angeordnete Maßnahmen nicht nur eine innere Verbundenheit mit der Natur und einen ästhetischen Blick für die Landschaft vermissen, sondern auch ein fundiertes Wissen über jene Bereiche. Der industrialisierten Landwirtschaft, die riesige Flächen ausgeräumt hat, stehen die wenigen Überreste unserer einstigen Vielfalt gegenüber, die seit Jahren leider schutzlos der menschlichen Unvernunft ausgeliefert sind.

Wer stellt sich schützend vor unsere Natur? Von politischer Seite war und ist diesbezüglich nicht viel zu hören. Die Medien greifen zwar hier und da einen Frevel auf, bringen bisweilen einen Leserbrief , sind aber insgesamt sehr wenig geneigt, richtig Druck gegen die Zerstörung unserer Heimat zu machen. Die Naturschutzverbände (BUND/ NABU / LBV etc.) und Stellen, wie die Obere oder Untere Naturschutzbehörde haben viel zu wenig Einfluss, um den Zerstörungen Einhalt gebieten zu können, obwohl oft guter Wille und das Wissen um die Probleme vorhanden sind.

Wie wird es weitergehen? Genauso wie bisher! Jede noch so sinnlose Aktion wird mit irgendwelchen, oft an den Haaren herbeigezogenen Argumenten begründet. Die Verlierer sind unsere Tier- und Pflanzenwelt, aber auch die Menschen, die sich den Blick für das Schöne bewahrt haben.

 

 

 

 

 

Artenvielfalt kennen und schätzen lernen – Arbeitseinsätze in der Natur

 

Die Natur 

Ihr Lehrmeister in Sachen „bedrohte Artenvielfalt“

 

Lernen Sie die Natur näher kennen, denn Sie werden nur das schützen, was Sie kennen und schätzen.

 

Bei diesen Arbeiten können Sie mitmachen (09543/9456):

 

Streuobstwiesen

(bei verschiedenen, jahreszeitlich wechselnden Pflegearbeiten in einer landschaftlich sehr schönen Umgebung mithelfen – Zeitraum Februar bis November)

 

Nisthilfen

(für Vögel, Insekten, Fledermäuse, Igel in freier Natur oder im Bereich von Schulen und Kindergärten neu aufstellen, vorhandene jährlich reinigen und Brutergebnisse statistisch auszuwerten – Zeitraum: September bis März -)

 

Vogelschutzhecken

(pflanzen oder vorhandene pflegen – Zeitraum: Oktober – April -)

 

Amphibienschutz

(durch Anlegen kleiner Wassertümpel die Situation für Amphibien in unserer nicht mehr naturbelassenen Landschaft verbessern – Zeitraum: März – November)

 

Wildbienen-Nistblöcke

(neu aufstellen, damit eine bessere Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen erreicht wird)

 

Vermehrungsgarten für alte Obst- und Beerensorten

(betreuen und ausbauen, Weitergabe von Reisern und veredelten Jungpflanzen – Zeitraum: Februar bis November)

 

Heilkräuter anbauen, sammeln und verwerten

(alle Arbeiten, die damit zusammenhängen – Zeitraum: ganzjährig -)

 

Wald-Feuchtbiotope

(pflegen und Flora/Fauna-Bestandserhebungen – durch Sachkundige – durchführen)

 

 

 

Artenvielfalt schützen – Bio-Lebensmittel kaufen

Unsere Ernährungsgewohnheiten bedrohen die Artenvielfalt

 – Wenn wir sie ändern, geben wir bedrohten Arten

eine Überlebenschance –

 

Fleisch, Lebensmittel, Rindfleisch

 

*

Man hört keinen Aufschrei,

 es gibt keine Protestdemos.

Sie haben nämlich keine Lobby,

die ganz Kleinen und Unscheinbaren

im Tier- und Pflanzenreich.

 

*

Der Tod kommt im Frühling

– Pestizid-Ausbringung auf den Feldern –

 

Jedes Jahr ist in den Monaten April bis Juni in der Intensivlandwirtschaft Hochsaison für  Pestizide sprühende Maschinen. Ihre „Arme“, aus denen die Giftwolken hervorquellen,  werden von Jahr zu Jahr länger. Deshalb brauchen Sie für ihr Geschäft auch bei großen Feldern kaum mehr als 20 Minuten. Viel länger als man sie sieht riecht man ihr Werk. Es bringt 1000fachen Tod  und furchtbare Qualen für zahlreiche Kleinlebewesen und ist nach einer neuen europaweiten Studie der Hauptgrund für einen massiven Rückgang der Artenvielfalt auf unseren Ackerböden.

Das Konzept der Intensiv-Landwirtschaft basiert auf dem Prinzip der Naturausbeutung mit dem Ziel eines maximalen Nutzeffekts. Artenvielfalt auf der Grundlage gegenseitiger Bereicherung passt nicht in dieses Konzept.

 

 

Die Verbraucher haben die Wahl

Auftraggeber für diese Gifteinsätze sind Du und ich, wenn wir uns nicht für Bio-Lebensmittel und fleischarme Ernährung entscheiden können.

Was auf den Feldern geschieht ist zwar weit weg von den Lebensmittelmärkten und Bäckereien. Gleichwohl müssten wir es alle wissen:

Die Nachfrage regelt den Markt. Der Intensivlandwirt- schaft betreibende Bauer glaubt zu Recht, dass er für sein Handeln einen Auftrag hat. Wäre seine unter Gifteinsatz produzierte Produkte nicht gefragt, müsste er seinen Betrieb sehr schnell ein- oder auf biologischen Anbau umstellen.

Mitverantwortlich für das Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sind deshalb die Verbraucherinnen und Verbraucher. Den meisten von ihnen kann das oft zu hörende Argument, Bio-Lebensmittel seien zu teuer,  nicht als Rechtfertigung für den Kauf konventionell erzeugter Waren dienen. Man kann sich manches leisten, wenn man umschichtet und beim Geldausgeben die Schwerpunkte neu setzt.

Außerdem: Wer heute das scheinbar billigere Produkt aus konventioneller Landwirtschaft wählt, wird morgen die um ein Vielfaches höhere Rechnung für die Folgen einer aus den Fugen geratenen Natur mitzutragen haben. Die Preisdifferenz zwischen Bio- und Nicht-Bio-Produkten dürfte sich dann rückblickend als völlig unbedeutend erweisen.

 

Zusammenhänge oft schwer durchschaubar

Eines steht fest: Durch mehr Getreide- und Milchprodukte aus biologischem Anbau würde es weniger Pestizid-Einsätze auf den Feldern geben.

Gleichwohl dürfen wir aber auch die ebenfalls in hohem Maße vom Pestizideinsatz abhängige Energiepflanzen-Erzeugung für Biogasanlagen (hierzu mehr an anderer Stelle dieser Homepage)  nicht übersehen und wir dürfen vor allem nicht vergessen, dass mehr als die Hälfte des konventionell angebauten Getreides gar nicht unmittelbar der menschlichen Ernährung dient, sondern an Tiere verfüttert wird. Erst über diesen Umweg gelangt es dann in Form von Fleischprodukten auf den Teller der Menschen.

Getreide- und Milchprodukte aus biologischem Anbau zu kaufen, kann folglich nur der erste Schritt sein, um einen Teufelskreis zu durchbrechen. Wir werden das Problem des Pestizid-Einsatzes und andere, nicht weniger ernste Umweltprobleme  nur dann dauerhaft lösen, wenn wir in den Industriestaaten bereit sind, unseren hohen Fleisch- und Energieverbrauch, der auf dem heutigen Niveau durch die biologische Landwirtschaft gar nicht abgedeckt werden könnte, deutlich zurückzufahren.

Im Übrigen ist z. B. gerade der übermäßige Fleischverzehr der Menschen die Wurzel zahlreicher weiterer Übel (hoher Wasserverbrauch, hoher Landbedarf, Gülle-/Fäkalien-Probleme, Überdüngung u. Übersäuerung der Böden, Grundwasserbelastung, Treibhauseffekt, Antibiotika- u. Hormonbelastung, Darmkrebser-krankungen etc.). An anderer Stelle dieser Homepage wird auf die vielfältigen Probleme des Fleischkomsums noch näher eingegangen werden.

 

 

Kritik ist nicht populär aber notwendig

Wer den Fleischkonsum kritisiert, kann nicht mit dem Beifall seiner Zeitgenossen rechnen. Er erntet – wegen der hohen Zahl der Betroffenen – bestenfalls verlegenes Schweigen.

Liebe Homepage-Besucherinnen, liebe Homepage-Besucher, falls Sie zu denen gehören, die bereits eine Ernährung ohne Fleisch oder mit minimalem Fleischkosum vorleben, dann bitte ich Sie, Ihre Mitmenschen immer wieder in freundlicher, nicht verletzender Art und Weise auf die katastrophalen Auswirkungen dieser Essgewohnheit aufmerksam zu machen, denn

„Nichts wird die Chance auf ein Über­le­ben auf der Erde so stei­gern,

wie der Schritt zur vege­ta­ri­schen Ernäh­rung“ (Albert Einstein).